Die DEZA am Gymer Kirchenfeld


Im Rahmen der Blockwoche der Abteilung MN konnten sich Schüler*innen mit Thomas Gass von der DEZA austauschen. Eine aufschlussreiche Begegnung – obwohl sie nur im digitalen Rahmen stattfinden konnte.

Bericht von Linus Baroffio, Lily Rusconi, Sara Frank (M21a):

«Im Rahmen der Blockwoche der Abteilung MN hatten wir Schüler*innen die Möglichkeit, uns mit Thomas Gass auszutauschen, dem Vizedirektor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Als Vorbereitung für das Gespräch informierten wir uns am Morgen über die DEZA und deren Arbeit. Dabei formulierten wir Fragen, die wir in Gruppendiskussionen und Plenumsbesprechungen präzisierten und schärften, um von Herrn Gass pointierte und differenzierte Antworten zu erhalten. Die digitale Begegnung mit ihm war trotz der speziellen Umstände sehr aufschlussreich.

Zum Einstieg fragte uns Gass: «Wenn Sie jetzt in der UNO-Vollversammlung wären, was sind Themen, worüber Sie diskutieren wollten?» Nach den ersten Antworten wie Klimawandel, Frieden, Armut und Ressourcenverteilungen machte Herr Gass klar, dass an einer derartigen Konferenz «193 verschiedene Kulturen und Weisen, die Welt zu sehen» aufeinandertreffen. Weiter ging es mit nachhaltiger Entwicklung: «Ich kann als Schweizer an der Aare sitzen, meinen Kaffee trinken und die Natur und die Welt geniessen. Dabei habe ich gar nicht bemerkt, dass zur Produktion meines Kaffees 140 Liter Wasser benötigt wurden.» Eine sehr eindrückliche Erkenntnis aus dieser Aussage ist, dass wir unseren ökologischen Fussabdruck ins Ausland tragen. Unsere günstigen Preise sind nur dank Armut im Ausland erreichbar. Ganz im Sinne der Sustainable Development Goals gelte aber: «Wir sind alle Entwicklungsländer.»

Besonders stolz ist Vizedirektor Gass auf die Arbeitsweise der schweizerischen IZA (internationalen Zusammenarbeit), welche in fragilen Ländern aktiv ist, sich trotz schwieriger Lage und COVID- Krise längerfristig für die Bevölkerung einsetzt und gleichzeitig auf internationaler Ebene Ansehen und Einfluss hat: «Wichtig an unserer Arbeit ist auch, dass wir mit Fakten, mit Daten arbeiten», denn «es braucht Daten, um die Ärmsten einer Gesellschaft zu erkennen, zu erreichen und ihnen eine Stimme zu geben.» Es sei schwierig, mit Durchschnitten zu arbeiten, weil diese kein scharfes Bild der effektiv betroffenen Personen ergeben würden. Zusätzlich sei es wichtig, für diese Menschen eine langfristige Perspektive und eigene Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. «Wir müssen die Bevölkerung ermächtigen, die eigene Regierung zu checken.»

Dies sind nur wenige Ausschnitte vom Event. Wer sich für die Thematik weiter interessiert, kann beispielsweise den Twitter-Account von Thomas Gass oder der DEZA abonnieren: @ThomasGass; @SwissDevCoop.

Dieser Austausch ermöglichte uns, das aus den Geographiebüchern Erlernte am Beispiel DEZA zu vertiefen. Dank Herrn Gass haben wir die kompetente Meinung eines Mitarbeiters der Direktion gehört und verstehen die Arbeit der DEZA viel besser. Vielen Dank an Herrn Gass für das Gespräch.»