Ausstellung zu sexueller Belästigung


In der Baracke hinter dem Gymer-Hauptgebäude ist momentan die Maturarbeit von Lisa Richert zu besichtigen. Zum Thema sexuelle Belästigung hat sie Opfer befragt und abstrakte Fotografien ihrer Körper erstellt.

Sexuelle Belästigung ist ein Problem unserer Gesellschaft. Mit ihrer Maturaarbeit gibt Lisa Richert Menschen, welche sexuelle Belästigung erleben mussten, eine Plattform. Die Ausstellung soll die Betrachter*innen aufrütteln, ihnen eine Realität zeigen und sie betroffen machen. Damit eröffnet sich ein Raum für wichtige Diskussionen.

In der Arbeit visualisiert Lisa Richert Schilderungen von Erlebnissen sexueller Belästigung möglichst direkt und intensiv. Um an die Schilderungen dieser Erlebnisse zu gelangen, wurden im Rahmen der Maturaarbeit mittels einer Website und Social-Media Menschen gesucht und später getroffen, welche bereit waren, von ihren Erlebnissen zu erzählen.

Die Fotografien entstanden dann jeweils im Anschluss an die Gespräche und zeigen eine Körperstelle, die dem jeweilig betroffenen Menschen persönlich wichtig ist. Sie haben aber nicht per se einen direkten Zusammenhang mit dem Geschehenen.

Was die betroffenen Menschen Lisa – teils als erste Person überhaupt – und in der Ausstellung anonymisiert nun einer Öffentlichkeit anvertrauen, ist emotional aufwühlend und verstörend. Deshalb ist es wichtig, sich für die Betrachtung Zeit zu nehmen, das Gesehene und Gelesene zu verarbeiten, es mit Kolleg*innen, Lehrer*innen, Verwandten und Freund*innen zu besprechen. Dies ganz persönlich, aber auch als Mitglied einer Gesellschaft, die solche Probleme nicht hinnehmen, sondern angehen will.